Facts / Highlights Max Schabl (SOLO)
2018: Platz 7 beim FM4 Protestsongcontest
2019: Literaturpreis “Textfunken” ORF Burgenland
2012 bis 2026: über 250 Solo Shows (u.a. 2x Nova Rock “Singer- Songwriter Stage”,
Picture On, Iron Stage, Festival des politischen Liedes, Kroch am Boch)
Support für Nino aus Wien, Seiler und Speer, Sigi Maron, etc.
Facts / Highlights Max Schabl und das Volk der Mäuse
2019: Gründung Max Schabl und das Volk der Mäuse
2020: “Das Schicksal von nebenan” 1. Bandalbum
2024: VÖ Single “Die Vögel vorm Fastfood-Restaurant”
Platz 1 der Austrian Indie Charts (KW 16 und KW 18), Airplay auf Radio 88.6,
Radio Mora, etc.
2025: VÖ Single „Mörder“
Mehrere Wochen in den Austrian Indie Charts, Airplay auf Radio 88.6
2026: VÖ Single „Napalm am Morgen“
Platz 7 der Austrian Indie Charts
2019 bis 2024:
Headliner: 88.6 Seaside Festival (2023), Rock auf der Burg
(2022), Generation Next Festival (2023 & 2024),
HMK Sommer Closing (2020)
Co-Headliner: Croatisada Festival (2019, 2023), Youth Stage (2023)
Supportshows: Fuzzman, Der Nino aus Wien, Ramazuri, Yasmo, etc.
Airplay verschiedener Singles: Radio 88.6, Radio Burgenland, Radio Mora, Radio Grenzwelle
Diskografie
2013 “Kritisiern und Schmäh fian” SOLO
2015 “Des is owa angenehm” SOLO
2017 “Austropoplegende” SOLO
2020 “Das Schicksal von nebenan” MIT BAND
2023 “Best Of Max Schabl” SOLO
2026 „Acht Lieder, die die Welt nicht retten“
Label: Life Loves You Records
BIOGRAFIE // LANG
Manche Künstlerinnen und Künstler planen ihre Karriere wie eine Expedition. Max Schabl gehört nicht zu ihnen. Bei ihm wirkt vieles eher wie eine Kette glücklicher Zufälle, musikalischer Umwege, durchzechter Nächte, unzähliger Konzerte und einer nie ganz abschüttelbaren Überzeugung, dass Musik mehr sein sollte als bloße Unterhaltung. Geboren und aufgewachsen im Burgenland, führte ihn seine musikalische Sozialisation zunächst durch die üblichen Verdächtigen: Punkrock, Progressive Rock und Metal. Dazwischen gab es sogar ein längeres Gastspiel bei der Popformation „Philipp & Julia“. Die erste große Liebe war allerdings nicht die Gitarre, sondern der Bass. Mit verschiedenen Bands wurde experimentiert, geprobt und wieder verworfen. Eine davon war The Lotus Effect, mit der Schabl 2010 den burgenländischen Bandwettbewerb „America is Waiting“ gewann. Während viele Jugendbands nach kurzer Zeit in Vergessenheit geraten, blieb bei Schabl etwas zurück: die Gewissheit, dass Musik mehr sein konnte als ein Hobby.
Die folgenden Jahre verbrachte er in der damals noch lebendigen burgenländischen Musikszene. Bands kamen und gingen, Freundschaften entstanden, Bühnen wurden größer und die Erfahrungen vielfältiger. Es war die klassische Schule der österreichischen Underground-Musik: kleine Clubs (Kuga, Oho, Bergwerk, Cselley Mühle, etc.), lange Autofahrten, wenig Geld und unendlich viel Leidenschaft.
2012 wurde aus dem Musiker endgültig ein Liedermacher. Mit dem Song „Ritalin“ schaffte Schabl den Sprung zum FM4-Protestsongcontest und legte damit den Grundstein für ein Soloprojekt, das ihn über viele Jahre begleiten sollte. Ausgestattet mit Gitarre, Mundharmonika und einer gehörigen Portion burgenländischem Schmäh entwickelte er einen Stil, der irgendwo zwischen Satire, Gesellschaftskritik und klassischem Austropop angesiedelt war. Der Dialekt wurde dabei zum wichtigsten Werkzeug.
2013 erschien mit„Kritisiern und Schmäh fian“ das erste Album. Die Platte wurde im legendären Wiener Café Dezentral live aufgenommen, jenem Lokal, das lange Zeit als erweitertes Wohnzimmer der Wiener Liedermacherszene galt. Die Aufnahme entwickelte sich rasch zu einer jener Geschichten, die mit jedem Jahr größer werden. Es soll geregnet haben. Das Haus soll voll gewesen sein. Irgendwann soll sogar der Wein ausgegangen sein. Und angeblich spielte Nino aus Wien an diesem
Abend „Venedig geht unter“, weil es im Burgenland ohnehin kaum Menschen gebe. Ob alles genau so passiert ist, lässt sich heute schwer überprüfen. Zur Legende gehört die Geschichte inzwischen trotzdem.
Was folgte, waren Jahre auf Achse. Max Schabl spielte in Fußgängerzonen, Kulturzentren, Kellern, Gasthäusern und auf Festivalbühnen. Von Eisenstadt über Graz bis Wien und wieder zurück entwickelte sich eine stetig wachsende Fangemeinde. 2015 erschien das Livealbum „Des is owa angenehm“, 2017 folgte „Austropoplegende“.
Bemerkenswert war dabei nicht nur die Anzahl der Auftritte, sondern auch Schabls konsequente Haltung gegenüber Streamingplattformen. Während viele Kolleginnen und Kollegen ihre Musik längst digital veröffentlichten, erschienen seine frühen Alben ausschließlich auf CD. Musik sollte etwas Greifbares bleiben. In dieser Zeit traf Schabl auf zahlreiche prägende Persönlichkeiten. Besonders bedeutsam war die Begegnung mit dem Wiener Liedermacher und Protestlied-Pionier Sigi Maron, mit dem er gemeinsam auftrat. Maron äußerte sich später öffentlich wohlwollend über den jungen Musiker. Inhaltlich bewegte sich Schabl ohnehin in einer ähnlichen Tradition: gesellschaftskritisch, unbequem, humorvoll und immer mit einem Hang zur Zuspitzung. Seine Lieder konnten aufrütteln, provozieren und zugleich tröstlich wirken. Manchmal innerhalb derselben Strophe.
Aus den ersten Auftritten wurden hunderte. Mehr als 250 Solokonzerte führten Schabl durch Österreich. Darunter Auftritte bei Nova Rock, Picture On Festival, dem Festival des politischen Liedes, Kroch am Boch sowie zahlreiche Club- und Kulturveranstaltungen. Im Laufe der Jahre teilte er Bühnen mit Künstlern wie Nino aus Wien, Seiler und Speer, Turbobier, Sigi Maron und Hans Söllner. Ein besonderes Highlight war ein ausverkauftes Konzert mit Söllner in Stadtschlaining. Eine Konstante blieb dabei der FM4-Protestsongcontest. Insgesamt war Schabl viermal mit dem Wettbewerb verbunden: dreimal als Teilnehmer, darunter das Finale 2018 mit einem siebenten Platz, und 2021 schließlich als Juror.
Neben der Musik machte er auch als Autor auf sich aufmerksam. Beim ORF-Burgenland-Literaturwettbewerb „Textfunken“ gewann er 2019 den Publikumspreis. Damit wurde deutlich, dass seine Stärke nicht allein in Melodien lag, sondern vor allem im Umgang mit Sprache.
Doch irgendwann wurde der Solopfad zu eng. Was jahrelang funktioniert hatte, begann sich zu verändern. Die Lust auf mehr Dynamik, mehr Lautstärke und mehr Interaktion auf der Bühne wurde größer. Wie Schabl selbst später formulierte, sei der Gang am Solopfad ein einsamer gewesen. Nach sieben Jahren, drei Soloalben und rund 200 Konzerten entstand der Wunsch nach
einer Band. 2019 war es schließlich so weit. Beim „Dein erstes Mal Festival“ im Gasthaus Pröstl standen erstmals „Max Schabl und das Volk der Mäuse“ gemeinsam auf der Bühne. Der Name, von Franz Kafkas Erzählung inspiriert, war zugleich Programm: ein Gegenentwurf zu glatten Oberflächen und kalkulierter Belanglosigkeit.
2020 erschien mit „Das Schicksal von nebenan“ das Debütalbum der Band. Aus dem Liedermacher war ein Frontmann geworden. Aus Akustikgitarren wurden Röhrenverstärker, aus Soloauftritten Rockkonzerte. Die Single „Atlantis“ markierte den Auftakt dieser neuen Phase. Radio 88.6 griff die Single auf und spielte diese über ein Jahr lang. Es folgten Auftritte im ganzen Land, Supportshows für Fuzzman, Nino aus Wien, Yasmo, Ramazuri und viele weitere Künstlerinnen und Künstler. Als Headliner standen Max Schabl und das Volk der Mäuse unter anderem beim 88.6 Seaside Festival, Rock auf der Burg, Generation Next Festival und Fortress of Rock auf der Bühne.
2021 wurde Schabl Teil der von ORF Burgenland begleiteten„Tour der Vielfalt“, einem Kulturprojekt anlässlich „100 Jahre Burgenland“. Gemeinsam mit Christoph Krutzler, Bruji, MelindaStoika, Ferry Janoska und weiteren Künstlerinnen und Künstlern erzählte er die Geschichte eines Landes, das seit jeher von sprachlicher, kultureller und ethnischer Vielfalt geprägt ist.
Die Jahre zwischen 2019 und 2025 lieferten mehr als genug Stoff für neue Songs. Wissenschaftsfeindlichkeit, Klimakrise, Kriege, Inflation, digitaler Dauerlärm, Orientierungslosigkeit und der zunehmende salonfähige Nationalismus prägen die thematische Welt des Albums„Acht Lieder, die die Welt nicht retten“. Bereits die Vorabsingles sorgten für Aufmerksamkeit. „Die Vögel vorm Fastfood-Restaurant“ erreichte Platz 1 der Austrian Indie Charts und hielt sich dort insgesamt vierzehn Wochen. Auch „Mörder“ und später„Napalm am Morgen“ fanden ihren Weg in die Indie-Charts und ins Radio-Airplay. Darüber berichteten unter anderem ORF Burgenland sowie weitere regionale Medien. Musikalisch hat sich die Band endgültig von ihren folkigen Ursprüngen entfernt. Die Akustikgitarre ist verschwunden. Glühende Röhrenverstärker, aufgerissene Amps und Effektpedale bestimmen das Klangbild. Ob man das nun Alternative Rock, Proto-Punk, Austropop oder Rock'n'Roll nennt, ist letztlich nebensächlich. Wichtiger ist vielleicht, dass Max Schabl bis heute jenem Grundsatz treu geblieben ist, der ihn seit
den ersten Liedern begleitet: Musik soll etwas auslösen. Sie darf unbequem sein. Sie darf lustig sein. Sie darf traurig sein. Vor allem aber darf sie Haltung zeigen. Und genau deshalb steht Max Schabl auch nach all den Jahren noch auf Bühnen. Nicht weil die Welt dadurch gerettet wird. Aber vielleicht, weil sie dadurch ein kleines Stück verständlicher wird.

